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Der tatsächliche Schwerpunkt und auch die Stärke des Buches liegen in der Analyse und Bewertung der historischen Erkenntnisse sowie deren Vergleich mit aktuellen Entwicklungen und den politischen Reaktionen darauf. Was allerdings die Fähigkeit von politischen und militärischen Entscheidungsträgern zum Lernen aus historischen Fehlern angeht, ist Hippler – zurecht – sehr kritisch: „Die Weigerung, aus negativen Erfahrungen zu lernen – bzw. die Tendenz, Lehren schneller zu vergessen als zu ziehen – mag nicht typisch für das Militär sein, sondern ist den meisten Großbürokratien nicht fremd.“ (121) (…) Zum Abschluss streift Hippler noch die philosophische Frage, wie und warum sich Menschen auf die eine oder andere Art gegenüber dem Krieg als Phänomen positionieren und er schließt mit einem Satz, den sich viel politische Entscheidungsträger zu Herzen nehmen sollten: „Es ist schließlich das Ergebnis einer nüchternen Bestandsaufnahme, dass die große Mehrheit der Kriege der letzten Jahre ohne erkennbare Strategie orientierungslos und improvisiert geführt wurden. Solche Kriege abzulehnen erfordert nur Vernunft, keine pazifistische Überzeugung.“ (297)

https://www.pw-portal.de/schlaglichter/40976-krieg-im-21-jahrhundert

Michael Rohschürmann, Portal für Politikwissenschaft, 17.12.2019

Wie aus dem Buch hervorgeht, ist mittlerweile die paradoxe Situation eingetreten, dass Kriege nicht an mangelnder militärischer Schlagkraft scheitern, sondern an der Unfähigkeit der Politik, klare Kriegsziele zu definieren. Hippler zitiert den ehemaligen US-General Anthony Zinni: »das Militär (ist) verdammt gut darin, Menschen zu töten und Dinge kaputt zu machen«, aber »extrem schlecht darin, die strategischen Probleme zu lösen«. Weil die Politik dies versäume, so der Autor, schleppten sich Konflikte wie die in Afghanistan, Irak oder Lybien endlos dahin, ohne dass eine Staatenbildung oder ein anderes klar benennbares Ergebnis erreicht werde. Aus Hipplers Buch lernen die Leser(innen) viel über Krieg und Politik. Es ist klar, kompakt und sehr verständlich geschrieben. Der Autor analysiert nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart, sondern arbeitet auch die Prognose heraus, dass die gegenwärtigen Nationalisierungstendenzen zwischenstaatliche Kriege künftig wohl wieder wahrscheinlicher machen.

https://www.spektrum.de/rezension/buchkritik-zu-krieg-im-21-jahrhundert/1689212

Josef König, Spektrum der Wissenschaften, 30.11.2019

Für die Anti-Kriegs-Bewegung in Deutschland sollte ein solides Basiswissen über den Gegenstand eigener Aktivitäten selbstverständlich sein. Deshalb ist es überraschend, dass Jochen Hippler in seinem Buch sehr viele Facetten der Kriegsthematik aufzeigt, die so nicht unbedingt geläufig sind. Dafür hat der Autor ein gewaltiges Quellenstudium vorgenommen, vor allem mit Veröffentlichungen aus den USA. Das Ergebnis vereint mehrere Eigenschaften: Ein interessantes, leicht lesbares Geschichtsbuch, viele vergleichende Analysen und letztlich auch ein Nachschlagewerk. (Ausgabe Nr. 6, Nov.-Dez. 2019)

Karl-Heinz Peil, Friedensjournal, November 2019
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Krieg im 21. Jahrhundert

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